Autor: Bogdan Bogdanovic
ISBN-13: 9783552051782
Einband: Buch
Seiten: 235
Gewicht: 391 g
Format: 212x132x27 mm
Sprache: Deutsch

Vom Glück in den Städten

Originaltitel:Vom Glück in den Städten
 Buch
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Bogdan Bogdanovic, Architekt und ehemaliger Bürgermeister seiner Heimatstadt Belgrad, nimmt den Leser mit auf eine Reise rund um die Welt, auf eine Zeitreise durch ein halbes Jahrhundert. Er zeigt ihm, was es bedeutet, eine Stadt zu lesen, sie sinnlich-poetisch zu erfahren. In den Nachkriegsjahren streift er zu Fuß durch die Ruinen westeuropäischer Städte, besucht Jahre später in Georgien das Geburtshaus Stalins, hält sich Ende der sechziger Jahre, während der Studentenunruhen in amerikanischen Universitätsstädten auf, reist nach Pjöngjang und Peking. Mit feiner Ironie und Sinn fürs Groteske zeigt er, wie sich ihm die "Archäologie der Zukunft" darstellt.
Bogdan Bogdanovic, Architekt und ehemaliger Bürgermeister seiner Heimatstadt Belgrad, nimmt den Leser mit auf eine Reise rund um die Welt, auf eine Zeitreise durch ein halbes Jahrhundert. Er zeigt ihm, was es bedeutet, eine Stadt zu lesen, sie sinnlich-poetisch zu erfahren. In den Nachkriegsjahren streift er zu Fuß durch die Ruinen westeuropäischer Städte, besucht Jahre später in Georgien das Geburtshaus Stalins, hält sich Ende der sechziger Jahre, während der Studentenunruhen, in amerikanischen Universitätsstädten auf, reist nach Pjöngjang und Peking. Mit feiner Ironie und Sinn fürs Groteske zeigt er, wie sich ihm die "Archäologie der Zukunft" darstellt.
Bogdan Bogdanovic, Architekt und ehemaliger Bürgermeister seiner Heimatstadt Belgrad, nimmt den Leser mit auf eine Reise rund um die Welt, auf eine Zeitreise durch ein halbes Jahrhundert. Er zeigt ihm, was es bedeutet, eine Stadt zu lesen, sie sinnlich-poetisch zu erfahren. In den Nachkriegsjahren streift er zu Fuß durch die Ruinen westeuropäischer Städte, besucht Jahre später in Georgien das Geburtshaus Stalins, hält sich Ende der sechziger Jahre, während der Studentenunruhen, in amerikanischen Universitätsstädten auf, reist nach Pjöngjang und Peking. Mit feiner Ironie und Sinn fürs Groteske zeigt er, wie sich ihm die "Archäologie der Zukunft" darstellt.
Autor: Bogdan Bogdanovic
ワbersetzung von: Barbara Antkowiak
Bogdan Bogdanovic, geboren 1922 in Belgrad und verstorben 2010 in Wien, war Architekt, Schriftsteller und emeritierter Professor der Belgrader Universität. Von 1982 bis 1986 war er Bürgermeister von Belgrad. 1993 wurde er von Slobodan MiloSevic vertrieben und lebte bis zu seinem Tod im Juni 2010 in Wien. Bei Zsolnay sind bisher erschienen: Der verdammte Baumeister. Erinnerungen (1997), Vom Glück in den Städten (2002), Die grüne Schachtel. Buch der Träume (2007).
Über elektronische Krokodile

Fragmente eines längeren Gesprächs, rekonstruiert nach Tonbandaufnahmen der Studenten. "Der Architekt, dieser seltsame Kauz - wie sollten wir ihn definieren?" Ein boshaftes Flüstern: "Ein kleiner grüner Steinbeißer!" "Und der Stadtplaner?" Eine Männerstimme: "Ein großer grüner Steinbeißer, eine Art Krokodil!" Ich tat erstaunt: "Wissen Sie nicht, daß Urbanisten und Krokodile seit langem etwas Gemeinsames haben?" Seltsamerweise erschien ihnen der Gedanke nicht überspannt und dümmlich. Darum konnte ich ruhig fortfahren: "Laut einer der vielen altägyptischen Legenden über die Entstehung des Kosmos legten die Götter das Ei der Welt auf ein Häufchen Schlammerde aus dem himmlischen Nil. In dieser auf den ersten Blick kindlichen Geschichte verbirgt sich eine ausgesprochen urbanologische Synopsis. Die Zusiedler suchten in den Mooren des Deltas nach dem Krokodilei, und wenn sie es fanden, wußten sie mit Sicherheit, daß der heilige Dämon ihnen unfehlbar eine Lage jenseits der periodischen Überschwemmungen angezeigt hatte. Dort bauten, meißelten, kneteten sie dann ihre neolithischen Lehmdörfer. Heute könnten wir ihren Trick als prognostische oder futurologische Technik bezeichnen. Und was das Krokodil betrifft, unseren professionellen Vorfahren, so wurde es gerade als Kenner der geheimen kosmischen Rhythmen und aus anderen wichtigen Gründen in Ägypten sehr geschätzt und verehrt. Die Ohren und die Nüstern wurden mit Edelsteinen und die Klauen mit goldenen Medaillen geschmückt ..." Eine weibliche Flüsterstimme: "Such dir aus, ob du ein kleines oder ein großes Krokodil sein willst!" Eine männliche Flüsterstimme: "Ein Alligator, wenn schon ..." Jahrelang erlaubte ich den Studenten, mich zu unterbrechen, meine Worte zu ergänzen und zu kommentieren, ja mich zu verwirren. Die Einwürfe amüsierten mich ebenso wie sie und führten oft zu unvorhersehbaren und interessanten Abweichungen. Sie konnten auch eine willkommene Gelegenheit zu einer Atempause sein. "Fragen Sie mich", sagte ich, "wo unsere heutigen weisen Krokodile sind und was sie tun, und prüfen Sie, ob sie jemanden lehren können, sich vor den zerstörerischen Verschmutzungen der heutigen Welt zu retten." Allerdings war die damalige Welt weit weniger verschmutzt als jetzt am Ende des Jahrtausends. Heute, würde man sagen, können auch die perfektesten digitalen Cyber-krokodile ihre Eier nicht mehr da ablegen, wo es nötig wäre, und damit der Beton-Nekrose Grenzen setzen. Noch schlimmer: Wir finden uns mit dieser Nekrose ab. Wir ergeben uns mit einem Gefühl seliger Euphorie - in medizinischem Sinne. Damals jedoch, vor mehr als dreißig Jahren, dachte ich nicht an Ergebung an das Schicksal, schon gar nicht vor den Studenten. Trotzdem konnte ich in dem Augenblick nur ein kleines bißchen Sarkasmus anbieten: "Es sieht so aus, als wären die modernen Krokodile weniger intelligent oder weniger vorsichtig als jene ur-uralten." "Lassen sie uns ein Liedchen singen, Professor ... 'Auch die Krokodile sind benommen'." "Liedchen hin, Liedchen her, das Unglück liegt nicht nur in unserer Unfähigkeit, der Aggression des Betonschlamms zu begegnen, der Felder und Städte überschwemmt, sondern darin, daß dieser Schlamm, wenn er erhärtet, zum undurchdringlichen Panzer wird. Er umklammert, ummauert, inhaftiert sozusagen unseren Planeten, und die weisen und närrischen atmosphärischen Wässer finden immer schwerer ihren Weg zur Mutte Erde, zum natürlichen Boden, und die Zyklen künftiger biblischer Sintfluten kündigen sich erst an." Die Predigt ging mit unverminderter Überzeugung weiter, und soweit ich mich erinnere, hob ich bei solchen Gelegenheiten, um suggestiver zu sein, den Ton wie jeder Prediger: "Hören Sie, wir zerreißen den vierfachen Kranz der Elemente, wir zerbrechen die große Tetrade an zwei oder gar drei Stellen ...

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Autor: Bogdan Bogdanovic
ISBN-13 :: 9783552051782
ISBN: 3552051783
Erscheinungsjahr: 18.03.2002
Verlag: Zsolnay-Verlag
Gewicht: 391g
Seiten: 235
Sprache: Deutsch
Sonstiges: Buch, 212x132x27 mm, Mit 25 Skizzen des Autors.

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