Autor: Martin Pollack
ISBN-13: 9783552052062
Einband: Buch
Seiten: 336
Gewicht: 504 g
Format: 215x136x33 mm
Sprache: Deutsch
Er zählt zu den besten Fotografen der Welt, seine Porträts der Reichen und Schönen hängen in den wichtigsten Sammlungen. Ein Ereignis lastete jedoch als Trauma auf seinem Leben: Am 10. September 1928 war sein Vater während einer gemeinsamen Bergtour im Tiroler Zillertal tödlich verunglückt, noch am selben Tag wurde Philipp Halsmann wegen Verdachts auf Vatermord verhaftet. In dem politisch aufgeheizten Klima der Zwischenkriegszeit entwickelte sich aus dem Kriminalfall eine internationale Affäre. Martin Pollack ist den Spuren des Falles Halsmann gefolgt und hat sie "mit der Genauigkeit eines leidenschaftlichen Historikers und der Vorstellungskraft eines Erzählers" (Christoph Ransmayr) in einem packenden dokumentarischen Roman aufgezeichnet.
Er zählt zu den besten Fotografen der Welt, seine Porträts der Reichen und Schönen hängen in den wichtigsten Sammlungen. Ein Ereignis lastete jedoch als Trauma auf seinem Leben: Am 10. September 1928 war sein Vater während einer gemeinsamen Bergtour im Tiroler Zillertal tödlich verunglückt, noch am selben Tag wurde Philipp Halsmann wegen Verdachts auf Vatermord verhaftet. In dem politisch aufgeheizten Klima der Zwischenkriegszeit entwickelte sich aus dem Kriminalfall eine internationale Affäre. Martin Pollack ist den Spuren des Falles Halsmann gefolgt und hat sie "mit der Genauigkeit eines leidenschaftlichen Historikers und der Vorstellungskraft eines Erzählers" (Christoph Ransmayr) in einem packenden dokumentarischen Roman aufgezeichnet.
Autor: Martin Pollack
Pollack, MartinMartin Pollack wurde 1944 in Bad Hall, Oberösterreich, geboren; studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte. Er ist Übersetzer u.a. von Ryszard Kapuscinski, Mariusz Wilk, Daniel Odija. Bis 1998 Redakteur des Spiegel in Wien und Warschau. 2007 erhielt er den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. 2010 wurde er mit dem Georg-Dehio-Hauptpreis des Deutschen Kulturforums östliches Europa ausgezeichnet. 2011 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, 2012 den Stanislaw Vincenz-Preis und 2018 den Johann-Heinrich-Merck-Preis. Bei Zsolnay sind erschienen: Anklage Vatermord. Der Fall Philipp Halsmann (2002), Der Tote im Bunker. Bericht über meinen Vater (2004), Von Minsk nach Manhattan. Polnische Reportagen (Hrsg., 2006), Warum wurden die Stanislaws erschossen? (2008) und Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien (2010).
Über den Beginn der Bergtour ins Tiroler Zillertal wurde im nachhinein kaum mehr gesprochen. Immer nur und immer wieder über die späteren Ereignisse. Wer was gesagt hatte. Wann das gewesen war. Wer wo gesehen wurde. In welchem Aufzug. In welcher Gemütsverfassung. Was er wohl gedacht haben mochte. Erinnerungsfragmente und Spekulationen wurden zu immer neuen Szenen zusammengefügt, die doch nie ein überzeugendes Gesamtbild ergaben oder die ganze Wahrheit enthüllten. Stets blieben Zweifel und Fragen zurück. Vom Anfang der Tour wissen wir nur so viel, daß Morduch Halsmann und sein Sohn Philipp in Jenbach in den ersten Zug der Zillertalbahn stiegen, der um sieben Uhr abfuhr. Beim Frühstück im Gasthof Goldener Stern, in dem sie übernachtet hatten, hatte Morduch Halsmann seinen Sohn mit barschen Worten zur Eile angetrieben, weil sie sonst noch den Zug versäumen würden. Der Kellnerin, die das Frühstück auftrug, war das grobe Benehmen des Vaters dem erwachsenen Sohn gegenüber in Erinnerung geblieben. Es hatte keinen guten Eindruck bei ihr hinterlassen. Der junge Mann tat ihr leid. Im Zug waren die beiden keinem aufgefallen. In Mayrhofen, der Endstation der Zillertalbahn, schlugen die Halsmanns den Weg nach Ginzling ein, der in ihrem Reiseführer verzeichnet war: Sie gingen vom Bahnhof durchs Dorf und weiter zwischen Bauernhäusern bis zur Brücke über den Ziller, dann auf der anderen Seite des hellgrünen Flusses entlang bis zu einem Gasthof, hinter dem sie in einen schmalen Feldweg einbogen, der in den Zemmgrund, ein Seitental des Zillertales, führte. Nach drei Stunden erreichten sie Ginzling, eine kleine Häusergruppe am Zemmbach, aus der ein spitzer Kirchturm mit rotem Dach ragte. Hinter dem Weiler wurden die Hänge auf beiden Seiten des Baches, den dichtes Erlengebüsch säumte, immer steiler. Auf den Wiesen standen Braunvieh, Ziegen und manchmal auch Pferde, semmelblonde Haflinger, die den Wanderern nachschauten. Am frühen Nachmittag erreichten die beiden Männer den Gasthof Breitlahner, wo sie Rast einlegten. Es war Samstag, der 8. September 1928. Der Alpengasthof Breitlahner, an der Stelle errichtet, wo sich das Tal gabelt und der Zamser Bach in den Zemmbach mündet, war eher ein Alpenhotel als ein Gasthof: Ein mächtiges, langgestrecktes Holzhaus, zweistöckig, mit gemauerten Fundamenten, einer geräumigen, verglasten Veranda und vierzig Zimmern. Der Gasthof verfügte schon damals, wie eine zeitgenössische Anzeige vermerkte, über "eigenes elektrisches Licht", eine eigene Bäckerei, die das Brot bis nach Ginzling lieferte, und sogar eine Sodawassererzeugung. Daneben betrieb der Breitlahnerwirt Wilhelm Eder eine Almwirtschaft, die den Gasthof mit Milch, Butter und Käse versorgte. In der geräumigen Gaststube saßen Sommerfrischler und Bergsteiger mit einheimischen Bauern, Jägern und Hirten zusammen, und manchmal kehrte auch Fürst Franz Josef Auersperg mit einer Gesellschaft ein. Der Fürst besaß im Zillertal ausgedehnte Jagdgründe und war bei der Talschaft sehr beliebt, weil er bei den großen Treibjagden, die er für seine Gäste veranstaltete, die Männer aus Ginzling als Helfer beschäftigte und gut entlohnte. Obendrein ließ er den Großteil des Wildbrets an einheimische Jäger, Treiber oder auch bedürftige Menschen, die sich kein Fleisch leisten konnten, verteilen und behielt nur die Trophäen und die Decken. Hinter dem Gasthof überschritten die Wanderer auf einer überdachten Holzbrücke den Zemmbach und stiegen dann in engen Serpentinen steil bergan. Gegen sechs Uhr abends erreichten sie das Gasthaus Zur Alpenrose. Weil die Dunkelheit hereinbrach und sie schon se

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Autor: Martin Pollack
ISBN-13 :: 9783552052062
ISBN: 3552052062
Erscheinungsjahr: 29.07.2002
Verlag: Zsolnay-Verlag
Gewicht: 504g
Seiten: 336
Sprache: Deutsch
Auflage 02003, 3. Auflage
Sonstiges: Buch, 215x136x33 mm, Mit Abbildungen